Stell dir vor, du wärst 1900 geboren
Von
fiete4
06.09.2020, 14:20
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fiete4
06.09.2020, 14:20
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Stell dir vor, du wärst 1900 geboren
Ick arger mi jümmers wenn de Lüüd öber de Maske schimpen dot un de nich opsetten dot dorbi geit uns dat doch bannig good wenn man veele annere Länner ankieken deit. Ick find wi mööt dankbor sien dat wi in Dütschland leben dröft.
Stell dir vor, du wärst 1900 geboren.
Wenn du 14 bist, beginnt der Erste Weltkrieg und dieser endet mit 18 Millionen Toten.
Kurz darauf tötet eine weltweite Pandemie, die Spanische Grippe, 50 Millionen Menschen. Du kommst lebend und unversehrt raus, bist 20.
Mit 29 überlebst du die globale Wirtschaftskrise, die mit dem Zusammenbruch der New Yorker Börse begann und Inflation, Arbeitslosigkeit und Hungersnot hervorruft.
Mit 33 kommen die Nazis an die Macht. Du bist 39, wenn der Zweite Weltkrieg beginnt und endet, wenn du 45 Bist. Während des Holocaust sterben 6 Millionen Juden. Es wird insgesamt über 60 Millionen Tote geben.
Wenn du 52 bist, beginnt der Korea-Krieg.
Mit 64 beginnt der Vietnamkrieg. Er endet, wenn du 75 bist.
Ein Kind, das 1985 geboren wurde, glaubt, dass seine Großeltern keine Ahnung haben, wie schwierig das Leben ist, aber sie haben mehrere Kriege und Katastrophen überstanden.
Ein 1995 geborenes und heute 25-jähriges Kind glaubt, dass es das Ende der Welt sei, wenn sein Amazon-Paket mehr als drei Tage auf sich warten lässt, bis es ankommt oder sein Foto, das auf Facebook oder Instagram gepostet wurde, nicht mehr als 15 ′′Likes′′ bekommt...
2020 leben viele von uns in Komfort, haben Zugang zu mehreren Unterhaltungsquellen zu Hause und können dank staatlicher Hilfen eine neue Pandemie friedlich überleben.
Aber die Leute beschweren sich, weil sie mehrere Wochen lang zu Hause bleiben müssen. Sie haben doch Strom, Telefon, Essen, heißes Wasser und ein Dach über dem Kopf.
Nichts davon gab es früher. Doch die Menschheit hat viel schlimmere Umstände überstanden und niemals ihre Lebensfreude verloren.
Und seit Tagen beschweren wir uns, weil wir Masken tragen müssen, um in Supermärkte zu kommen, einzukaufen oder öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen...
Vielleicht ist es an der Zeit, weniger egoistisch zu sein, aufzuhören zu jammern und zu weinen.
-Autor unbekannt
Lütt beten kann ick jo ook mitsnacken mien Vadder is Johrgang 1879 un miene Mudder 1896 dat passt nau to den`n Bericht un ick heff vun mienen Öllern blot hört wie man dat beter mooken kann . Dat güng uns bannig slecht ober gestöhn un Pallaver geew dat nich, blot anpacken un wiedermooken weer de Devis un so hebt wi, uns Generation, dat ook mookt sünst weer Dütschland nich dat wat Ji hüt hebbt. Dat gifft keen Land wo de Minschen op de Stroot gohn köön un denn noch de Hand ophollen dörft för de broten Duben. Verseukt minds dat wat wi opbaut hebbt nich tweitomooken . Dat is mien (wiß nich bloot mien) grötster Wunsch! Leeve Monika Ilona Suppé Lütt beten kann ick jo ook mitsnacken mien Vadder is Johrgang 1879 un miene Mudder 1896 dat passt nau to den`n Bericht un ick heff vun mienen Öllern blot hört wie man dat beter mooken kann . Dat güng uns bannig slecht ober gestöhn un Pallaver geew dat nich, blot anpacken un wiedermooken weer de Devis un so hebt wi, uns Generation, dat ook mookt sünst weer Dütschland nich dat wat Ji hüt hebbt. Dat gifft keen Land wo de Minschen op de Stroot gohn köön un denn noch de Hand ophollen dörft för de broten Duben. Verseukt minds dat wat wi opbaut hebbt nich tweitomooken . Dat is mien (wiß nich bloot mien) grötster Wunsch!
Freddy Schnoor, 2020
Dank Di, leev Gott!
Nu sünd wi unsen Adje los,
wat mokt nu unser Dütschland bloß?
De „Fiende“? stoht nu in un`s Land
wat grod noch weer, is jo bekannt.
Nu sünd wi keene Dütschen mehr,
danzt no de Piep vun „Annern“ her,
grod as de Göös,- Wi köönt nich mehr!-
De Herrgott hett sick afwend wull,
son Dütschland weer em doch to dull.
Wi hebbt veel Dodt un Unrecht bröcht,
de ganze Welt to Fiend` uns mokt.
Nu is`s vörbi de gräsig Tied,
uns hett de Herr de “Tommies” schickt,
de Russen de kiekt öber`n Knick
un luurt dor op den`n Ogenblick
wo Tommi, Ami un Franzos de Nees hett full,
un jem dat lett, denn geiht dat los
et is bekannt de drievt dat dull
leev Gott geew uns` ne` Chance noch mol
Wi sünd jo dankbor dat wi leevt,
dat unse` Kinner Du hest bewacht,
un dat se krekel un gesund
un wi in Laun`borg ünnerkoom`n.
Drum lot uns Alltosom`n nu beeden,
Leev Gott, schenk us doch endlich Freeden!
Friedrich Schnoor 1946/47
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Dank Dir, lieber Gott!
Nun sind wir unseren „Adje“* los,
Was macht nun unser Deutschland bloß?
Die „Feinde“? stehen nun in unserem Land
Was grad` noch war, ist ja bekannt.
Nun sind wir keine Deutschen mehr,
Tanzen nach der Pfeife von „Anderen“ her,
Grad als die Gänse, wir können nicht mehr!—
Der Herrgott hat sich abgewandt,
So ein Deutschland war ihm doch zu doll,
Wir haben viel Tod und Unrecht gebracht,
Die ganze Welt zu Feinden uns gemacht.
Nun ist vorbei die schlimme Zeit,
Uns hat der Herrgott die „Tommies“ geschickt,
Die Russen die gucken über den „Knick“**
Und warten dort auf den Augenblick
Wo Tommy**, Ami und Franzos die Nase hat voll,
und ihm das läßt, dann geht es los.
Es ist bekannt die trieben es doll.—
Lieber Gott geb` uns eine Chance noch mal.
Wir sind ja dankbar das wir leben,
Das unsere Kinder Du hast bewacht
und das sie munter und gesund
und wir in Lauenburg unterkamen.
Darum laßt uns alle zusammen nun beten,
Lieber Gott, schenke uns doch endlich Frieden!
Friedrich Schnoor 1946/47; übersetzt von Freddy Schnoor 2016
*Adje, war der im Volksmund gebräuchlich Name von Adolf Hitler.
** Tommy war bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg
eine auch im deutschen Sprachraum weit verbreitete
Bezeichnung für einen britischen Soldaten.