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NOVEMBER - DEZEMBER

Von egalis Mittwoch 17.11.2021, 20:11

Worum is woll elk un een an Stennen van wegen „Novembermaand”?
De bruuks dat gor nich geven, menen mien beid Dochters. Dor keken se nett ut Fenster. In buten störm dat un kweem dat Water ut de Wulken as Sleiers.

Umso oller ik worr, umso mehr wasst mi disse Maand to. De Dagen worden woll körter, man för dat sünd de Avends langer. De Drockt word wat minner. Nu gifft weer mehr Tied um an anner Saken to denken. Bi Sömmerdag hest doch heel keen Tied un Lüst. Dat geiht eerst, wenn een wat Ruh hett.
Nu fangt tomal ok dat Besinnen an: Wat is dat Leven, wat is de Dood? Wat hebb ik beleevd, wat kummt noch? De Gedanken gahnt up Reis. Eerst sünd s´ noch dicht d´rbi. Denkst an de Minsken, de du kennt hest un de d´r nu nich mehr bünd. Denkst an de, de d´r nu mit sitten, dat se een Minske verloren hebben. Hoopst, dat se so eenigmaten mit klaar worden.

Denn gahnt de Gedanken wieder in anner Gewesten. Wor nu noch - of weer -Krieg is. Reegt sük dor noch een över up?
Nu nett, in disse Tied, malören so völ Minsken. Dor kannst man blied wesen, wenn dien egen Lü gesund weer in Huus sünd.

Man nich blot Leeps geiht mi dör de Sinn in de Novembermaand. De Keers up Tafel lücht mi in dat Dunker van mien Denken. Ik weet un spör: Is nich mehr wied bit Dezember un töv man: Tomal is Wiehnacht.

De Novembermaand is dat düster Poort to een lechte Tied.
Ik glöv, dorum hebb ik nix tegen hum.

Översetten/ÜBERSETZUNG

Warum stöhnt wohl jeder, von wegen "November"? Den Monat bräuchte es gar nicht zu geben, meinten meine beiden Töchter. Da sahen sie gerade aus dem Fenster. Draußen stürmte es und kam das Wasser aus den Wolken wie Schleier.
Je älter ich werde, um so mehr habe ich für diesen Monat übrig. Die Tage werden wohl kürzer, aber dafür sind die Abende länger. Der Stress wird weniger. Jetzt gibt es wieder mehr Zeit, um an andere Sachen zu denken. Im Sommer hat man gar keine Zeit und Lust. Das geht erst, wenn man mehr Ruhe hat.
Jetzt fängt auch auf einmal das Nachdenken an. Was ist das Leben, was ist der Tod? Was habe ich erlebt, was kommt noch?
Die Gedanken gehen auf die Reise. Erst sind sie noch dicht dabei. Man denkt an die Menschen, die man kannte und die jetzt nicht mehr da sind. Man denkt an diejenigen, die jetzt damit sitzen, dass sie einen Menschen verloren haben, hofft, dass sie so einigermaßen damit zurecht kommen.
Dann gehen die Gedanken in andere Regionen. Wo jetzt noch - oder schon wieder - Krieg ist. Regt sich da noch wer drüber auf?

Gerade auch in dieser Zeit verunfallen so viele Menschen. Da kann man froh sein, wenn eigene Leute gesund wieder zu Hause sind.
Aber nicht bloß Schlimmes geht mir durchden Sinn im November. Die Kerze auf dem Tisch leuchtet mir in das Dunkel von meinem Denken. Ich weiß und spüre: Ist nicht mehr weit bis Dezember und glaub man: Plötzlich ist Weihnachten.
Der November ist die düstere Pforte zu einer hellen Zeit.
Ich glaube, darum habe ich nichts gegen ihn.

©Elke Bontjer-Dobertin







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