Wanderung an der Zschopau
Für Mittwoch, den 14. Oktober 2015, war die Wanderung entlang der Zschopau hinauf zum Schloss und Park Lichtenwalde geplant. Es sollte in den goldenen Herbst mit seinen farbenfrohen Laubbäumen gehen. Alles Betteln bei Petrus um Sonnenschein und Plusgrade half nichts. Wir wurden eiskalt in den Winter geschubst. Von Dresden fuhren wir mit der Bahn nach Niederwiesa. Bereits in Tharandt sah man wie mit Puderzucker bestreute Bäume und Wiesen. In Niederwiesa angekommen, gesellten sich zu uns noch Cimi und Tschap1.



Nun waren wir bereits 18 Personen von ursprünglich 29. Wir konnten uns aber ab dem Mittagessen noch auf 22 Männlein und Weiblein steigern. Brigitte, Wilfried, Peter und Regine waren mit dem Pkw zur Gaststätte gekommen.
Unsere Wanderung begann am Bahnhof Niederwiesa. Zielstrebig ging es auf dem Wander- und Zunftliederweg zur Zschopau und zum OT Braunsdorf.
Niederwiesa wurde zwischen 1150 und 1250 durch fränkische Siedler gegründet. Heute sind die OT Braunsdorf und Lichtenwalde eingemeindet. Insgesamt zählt Niederwiesa etwa 5000 Einwohner.

Die Zschopau entspringt am Fichtelberg und mündet bei Döbeln in die Freiberger Mulde. Sie schlängelt sich durch felsige Regionen und berührt Orte wie Wolkenstein, Zschopau, Flöha, Augustusburg und Kriebstein. Das Tal ist wie geschaffen für Wanderungen.



Bereits in grauer Vorzeit entstanden viele Mühlen, meist Schneidemühlen.
Etwas Besonderes ist die Tannenhauer Mühle, die bereits um 1600 existiert haben muss. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts wurden dort Möbelbezugsstoffe hergestellt. Von 1972 bis 1990 war die Mühle ein VEB-Betrieb. Nach 1990 erfolgte die Auflösung. Heute ist sie Teil des Industriemuseums Chemnitz. Die Webstühle für Jacquard-Möbelstoffe sind so beeindruckend, dass man durchaus auf einer späteren Wanderung eine Besichtigung vornehmen kann.


Bis in die heutige Zeit haben sich einige Mühlen erhalten. So stellt die Webermühle für das Bäckereigewerbe diverse Mehlsorten her. Auch Exotisches wie Pizza- oder Stollenmehl.
Langsam meldete sich bei uns der Magen. Im Gasthof „Am Bahnhof“ wurden wir bereits erwartet. In einem hübsch eingerichteten Raum wurden wir von einer kessen Kellnerin bedient. So manches spaßige Wort wurde gewechselt.

Ruck zuck, alles ging ihr schnell von der Hand bzw. von den Füßen.
Nach ca. einer reichlichen Stunde waren die 22 Mäuler befriedigt und satt.
Manches laute Schmatzen habe ich vernommen. Köstlich muss die Roulade mit Klößen oder auch der Kaninchenbraten geschmeckt haben. Ein Lob dem Küchenchef.


Ein Gruppenfoto musste noch sein, ehe wir im Schneematsch in Richtung Harrasfelsen und Schloss Lichtenwalde marschierten.


Es ging parallel zur Zschopau. Natürlich begleitete uns ein Liederweg.
Die Liebeslieder warteten darauf, dass sie gesungen wurden. Bei dem Wetter war dies aber problematisch. Bei Sonnenschein hätten wir alle tüchtig Luft geholt und gesungen, was das Zeug hält.



Das Zschopautal wurde 2002 tüchtig vom Hochwasser heimgesucht. Es ist bewundernswert, wie schnell die Menschen wieder aufräumen und Neues schaffen.


Unser Weg führte uns über die Zschopau und den Berg hinauf zum Schloss und Park Lichtenwalde.



Dort erwartete uns eine Überraschung. Die Ausstellung „Alltagsmenschen“ der Künstlerin Christel Lechner. Leider sind die Figuren nur noch bis zum 1. November 2015 zu sehen .



Die Figuren strahlen alle eine Zufriedenheit aus. Ihre lächelnden Gesichter
zaubern auch den Besuchern Frohsinn auf die Stirn. Ob Tischinszenierung, Wäschefrauen, Surferinnen, Polonaise oder Tanzende, alles prima gestaltet.




Schloss und Park Lichtenwalde wurden im 18. Jahrhundert errichtet. Anfang des 20. Jahrhunderts brannte es ab. In den Jahren 1999 bis 2003 wurde das Barockensemble wieder aufgebaut. Es beherbergt heute verschiedene Museen. So kann man Porzellane, Lackarbeiten, Möbel, Seidenstickerei aus China und Japan sowie Holz- und Keramik aus Westafrika und Scherenschnitte bewundern.

Im ca. 10 ha großen Park erfreuen über 300 Fontänen die Besucher. Viele Sichtachsen und die wunderschönen Blumenrabatten sind im Sommer eine Augenweide.
So sieht es in den Sommermonaten aus:

Nach dem Abstieg vom Berg durch die Teufelsschlucht erreichten wir wieder die Zschopau. Zum Bahnhof Niederwiesa ging es bergauf und hinunter. Es ist eben schon Gebirge. Gegen 19 Uhr landeten wir glücklich im Hauptbahnhof Dresden.
Allen Beteiligten hat dieser Ausflug trotz der Wetterunbilden sehr gut gefallen und sie bedanken sich sehr herzlich für die super Organisation und den ausführlichen Bericht bei Inge (Kohlfink).
Die meisten Fotos entstanden wie immer mit Wolfgangs (erzers) Apparat und einige steuerte auch Inge (Kohlfink) bei.
Die Collagen bastelte Karin (schlecki) zusammen und setzte alles passend unter dem Thema "Kunst und Kultur" ein.
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