Unsere Wanderfahrt in das Böhmische Paradies 2016
Das Böhmische Paradies – Cesky Raj – eine nicht fest umgrenzte Landschaft im Nordosten der Tschechischen Republik, wurde vom 19. - 22.Mai 2016 für 4 Tage Ziel der aktiven Wanderer der Regionalgruppe Dresden.
Zauberhafte Städte, Burgen und Schlösser, Felsenstädte, vor allem freundliche Menschen erwarteten uns. Ein sehr kundiges Reisebüro ist unseren Organisatoren persönlich seit längerem bekannt und die Leitung der einzelnen 4 Tageswanderungen konnte, ebenfalls wie gewohnt, aus den eigenen Reihen organisiert werden.
Anreise am 19.04.16 und 1. Wandertag
Pünktlich 8.00Uhr startete unser Bus mit 29 Wanderfreunden aus Dresden und Umgebung von der internationalen Bushaltestelle am Dresdner Hauptbahnhof. Durch das Lausitzer Bergland ging es zügig nach Böhmen. Unterwegs nahmen wir noch 2 Wanderfreunde auf, die in der Nähe von Görlitz zu Hause sind.
In Hamr am See, einer kleinen Ortschaft am Rande des Kummergebirges, riss das Team der Wanderleiter das Zepter an sich.
Ehe wir aber so richtig im Wandertempo loslegen konnten, mussten Ingrid und Klaus (Beckerei) ihren schweren Rucksack leeren, und somit begann die Tour gleich mit einer alkoholischen Einlage. Wir stießen auf Ingrids Gesundheit und schöne vor uns liegende Tage an.
Der Devin, ein Gipfel von 421m, gekrönt von einer alten Burgruine, war der Höhepunkt der ersten (kleinen) Tour.
Natürlich war hier auch gleich die erste Rast fällig und das Picknick aus dem Rucksack mundete in dieser Umgebung besonders.
Am Ende dieser Wanderung waren 8,9 km bei 189 m Anstieg und 141 m Abstieg zu bilanzieren.
In Osecna setzten wir die Reise mit dem Bus fort. Gegen 15.00 Uhr erreichten wir schließlich das Hotel „Paradis“ in Turnov, unser Quartier für die nächsten Tage.
Der Tag endete für viele mit einem gemütlichen Umtrunk im Biergarten, auf der Terrasse oder auf einem zum Zimmer gehörigen Balkon. Für einige Wanderfreunde die erste Gelegenheit zum persönlichen Kennenlernen. Diejenigen, die sich noch ein wenig in der näheren Umgebung umschauen wollten, hatten genügend Gelegenheiten, denn es gab einen schönen Park und Spazierwege am nahe gelegenen Flüsschen.
Der 2.Wandertag am 20.5.16
Wir trafen uns 7.30 Uhr nach der ersten Nacht in den für die meisten gemütlichen Hotelbetten zum gut sortierten, reichlichen Frühstück.
9.00 Uhr startete der Bus mit unserem Fahrer, Gerhard Müller, nach Valecov, dem Ausgangspunkt der Wanderung ins Prihrazske skaly (Pschichraser Felsen).
Auf abwechslungsreichen Wegen ging es hinauf zur Burgruine Valecov.
Und weiter durch frischgrüne Wälder zum Drabske svetnicky, den Büttelstübchen, einer sagenumwobenen Felsenburg.
Eigentlich hat man von hier oben eine schöne Aussicht ins Isertal, zum Jeschken, dem Bösig und dem Roll. Wir hatten jedoch damit etwas Pech. Gewittergrollen, Regen und anschließender Sonnenschein führten zu Dunst in der Ferne.
Wir setzten unseren Weg zur Gaststätte „Krasna vyhlidka“ („Schöne Aussicht“), die ihren Namen zu Recht trägt, fort.
Die Tische auf der Terrasse lockten zu Beginn der Wanderpause, aber, um einem Gewitterguss im Freien zu entgehen, warteten wir doch lieber in der Gaststätte bei Kaffee, Palatschinken, Eis oder einem Bierchen auf die bald wiederkehrende Sonne.
Nach dieser ausgedehnten Mittagspause und einem recht anspruchsvollen Abstieg erwartete uns der Bus in Prihrazy zur Rückfahrt in unser Hotel.
Wie an jedem Abend wurde hier für uns ein wohlschmeckendes Abendbrot serviert.
Die Bilanz des Tages: 12,3 km, 376 m Anstieg, 407 m Abstieg.
Der 3.Wandertag am 21.5.16
Abmarschbereit standen fast alle Wanderfreunde pünktlich zur Abfahrt bereit. Eine Wanderfreundin musste leider aus gesundheitlichen Gründen eine Pause einlegen, war aber am nächsten Tag schon wieder zu Auf-und Abstiegen bereit.
Froh gelaunt ging es einem neuen Wandererlebnis entgegen.
Heute brachte uns unser Bus nach Parezska Lhota. Zunächst machten wir Halt an der Felsenburg Parez, auf die aber nur einige aus unserer Gruppe hinaufstiegen.
Die Felsenstadt „Prachovske skaly“ war das eigentliche Wanderziel. Ein mehrfaches Auf und ab zwischen romantischen Sandsteinfelsen, dabei durch enge Felsgänge, Schluchten, über Aussichten – vergleichbar mit der Sächsischen Schweiz – eine schöne, allerdings etwas anstrengendere Wanderung als am Vortag.
Zwischendurch wurde nach den Aufstiegen immer wieder ein Blick nach unten in die faszinierende Felsenwelt geworfen und alle waren sehr erfreut, wieder eine Höhe erfolgreich erklommen zu haben.
Nach diesen Anstrengungen konnten wir sogar zwei Imbisspausen vertragen - nach dem letzten Aufstieg gab es Mitgebrachtes aus dem Rucksack, aber in Prachov lockte noch einmal der Imbiss mit Getränken, Eis und natürlich einem kühlen Bierchen.
Was nun nur noch fehlte, war eine Telefonverbindung, um den Bus zum Abholen zu bewegen. Aber auch dieses Problem löste Sybille mit Hilfe des Kioskbesitzers souverän und wir konnten unsere Fahrt zum nächsten - zusätzlich gewählten - Ziel fortsetzen.
Die Dominante des Böhmischen Paradieses, die Burg Trosky, wollten wir gern noch besuchen, denn sie gehört zu den sehenswerten Burgen dieser Gegend und ist ihr Wahrzeichen, wie bei uns der Lilienstein.
Noch einmal ein kurzer Anstieg, und wir standen vor dem mächtigen Burgtor. Einige Unentwegte erkundeten über Treppen den zugänglichen Bergfried und genossen die schöne Aussicht ringsherum. Andere wiederum lockte die nahe gelegene Gaststätte.
Und es gab zwei ganz unermüdliche Wanderfreunde in unserer Gruppe, denen die Tagestour immer noch zu kurz ausgefallen war und sie deshalb 7 km zusätzlich um die gesamte Burg Trosky zurückgelegt haben. Planung - Absicht - Zufall oder Umweg? Das ist die Frage - bei einem Gläschen tragen wir gern zur Klärung bei.
Nach der Burgbesichtigung traten wir die Rückreise ins Hotel an.
Allerdings hatte unser Busfahrer noch ein "kleines Problem" mit uns zu klären. Wir sollten ihm helfen, den Inhalt bestimmter Flaschen zu vernichten. Auch wenn es manchem Wanderfreund schwerfiel, den Becherbitter trank er trotzdem, auf das gesundheitliche Wohl aller!
Die Tagesbilanz: 8,7 km mit einem Anstieg von 350 m und Abstieg von 477m
(Die wenigen Tageskilometer hatten es allerdings in sich!)
Abreise und 4.Wandertag am 22.5.16
Der bisher wärmste Tag des Jahres war für die Rückfahrt auserkoren worden. Aber das Wetter lässt sich halt nicht vorbestellen.
Mit gepackten Taschen und Koffern verabschiedeten wir uns vom Hotel "Paradies" und dem Städtchen Turnov. Zur Standardabfahrtzeit brachte uns der Bus in Richtung unseres letzten Wanderzieles, dem Roll (Ralsko, 696 m hoch) im Kummergebirge.
In Vranov, in der Nähe von Mimon, starteten wir zum Roll, auf einem zuerst gemächlich ansteigenden, dann aber recht steil zum Gipfel verlaufenden Pfad.
Lieber noch eine Pause einlegen, denn der Gipfel ist noch nicht in Sicht.
Die Wanderungen der vergangenen Tage hatten wohl an der Substanz des einen oder anderen gezehrt. Für 8 km eines knackigen An- und Abstiegs benötigten wir ca. 4 Stunden. Am Ende aber zählt, dass alle Wanderfreunde durchgehalten und das Ziel wohlbehalten erreicht haben. Den Muskelkater kann man schließlich zu Hause lange genug pflegen.
Nach der Pause stiegen wir nach Noviny pod Ralskem ins Tal des Polzen ab. Auf der Weiterfahrt durch die Lausitz-Berge nach Dresden war es eindrucksvoll still im Bus. Gegen 17.00 Uhr erreichten wir die Internationale Bushaltestelle am Dresdner Hauptbahnhof wieder.
Vielleicht machten diese 4 Tage den Dresdner Wanderfreunden von FA Lust auf weitere derartige Fahrten. Denn es gibt Wandertouren in diesem Gebiet, die manchem nicht alle Reserven entlocken, bei denen man gemütlicher durch die Felsenstädte laufen kann – z.B. in Hrube Skala, Mala Skala, auf die Burg Friedstein, oder aber auch mit dem Lift zum Jeschken. Der interessanten Ziele gibt es viele und vorteilhafter ist es natürlich immer, sich mit dem Bus kutschieren zu lassen als das eigene Auto zu bemühen, bei deren Einsatz man stets Runden laufen muss.
Wir Organisatoren, Karin (schlecki) und Lothar (limpe), bedanken uns recht herzlich bei dem Busunternehmen Böhmentour Müller, dessen Fahrer Gerhard Müller uns sicher und souverän zu allen Ausgangspunkten gebracht und am Ziel wieder abgeholt hat.
Unser Dank gilt dem Ehepaar Sybille und Jürgen Hiller, die sich als kundige Wanderleiter zur Verfügung gestellt und uns manchen Schweißtropfen entlockt haben, für ihre akribische Vorbereitung der einzelnen Touren, ihre Führung durch die Felsengebiete und die informativen Erläuterungen unterwegs.
Und natürlich bedanken wir uns bei allen Mitwanderern für ihre Wanderlust, die Disziplin in der Gruppe und das helfende Miteinander bei schwierigen Wegpassagen.
Bericht: Sybille und Jürgen Hiller (Schmeichler)
Ergänzungen zum Bericht, Zusammenstellung und Collagen: Karin (schlecki)
Fotos: Wolfgang (erzer), Karin (schlecki), Jürgen (Schmeichler)
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