Auf den Spuren von Rudolf Sendig
Am 30. April trafen wir uns am Nationalparkbahnhof Bad Schandau,
um gemeinsam auf den Spuren von Rudolf Sendig (1848 – 1928) unterwegs
zu sein.
Rudolf Sendig war ein Hotelier und Visionär. Ihm ist es besonders zu
verdanken, dass Schandau sich seit 1800 „Bad Schandau“ nennen kann.
(seit 1936 Kneipkurort und 2024 Sachsens erstes Kneipheilbad)
Rudolf Sendig kam als Koch nach Schandau. Durch seine Heirat mit Anna
Lucile Dorn, deren Vater Hotelbesitzer in Dresden war, bekam er auch die
notwendigen Verbindungen, um seine Visionen in die Tat umsetzen zu
können.
Unser erster Halt war am Ensemble des Parkhotels. Hier wird
deutlich, welche Vorstellungen Rudolf Sendig vom Tourismus und
Kuraufenthalt in Bad Schandau hatte. Bereits1887 wurde nach seinen
Vorgaben die Villa Sendig mit Königsvilla (Ballsaal und Wintergarten) erbaut
und ein großer Kurpark angelegt.
Gleichzeitig verfolgte er das Ziel, internationale Gäste nach Bad Schadau zu
holen. Selbst vor einer Reise nach St. Petersburg zur Zarin schreckte er nicht
zurück. So entstand bereits 1884 eine Villa im Stil der Italienischen
Renaissance für Übernachtungsgäste aus Russland. (heute Katholische
Kirche)
Seine Visionen bezogen sich auch auf die Ostrauer Scheibe. Dort plante er einen Ballonlandeplatz und Sportanlagen und eine Villenkolonie im
Landhausstil.
Voraussetzung dafür war der Personenaufzug - 1905 erbaut und 50 m hoch. (seit 1954 technisches Denkmal)
Nachdem wir mit dem Aufzug nach oben gefahren waren, konnten
wir den Blick auf Bad Schandau, Krippen und die sie umgebende Berge
genießen.
Am Ende des Aufstiegs erreichten wir den Skaywalk mit Weitsicht auf Berge der Sächsischen Schweiz.
Kurz vor unserer Mittagspause „aus dem Rucksack“ erreichten wir den
Ostrauer Ring mit seinen „Sendig – Villen“.
Durch den I.WK verlor Rudolf Sendig seine englischen Geldgeber und
musste das Land auf der Ostrauer Scheibe zu Schleuderpreisen verkaufen.
Deshalb blieb die Ostrauer Scheine unbebaut. Außerdem starb sein Sohn im
Krieg und 1927 seine Frau. Das alles verkraftete er nicht. Als Ehrenbürger
von Bad Schandau wird er immer in Erinnerung bleiben. Denn auch heute
gibt es wieder neue Visionen. (Ein Besuch des Heimatmuseums in Bad
Schandau sei empfohlen!)
schau hier
Wir fanden einen schönen Platz für eine Pause mit Blick auf den Falkenstein
und die Schrammsteine.
Es folgte der Abstieg zur Schrammsteinbaude, wo wir nach rund 6,5 km einkehrten.
Hier noch einige Daten
zu unserem Weg.
Wir bedanken uns recht herzlich für die Vorbereitung, Durchführung der Wanderung und den Bericht bei Renate (Toru)
Fotos: Angelika (GeliZ) und Wolfgang (erzer)
Zusammenstellung: Angelika (GeliZ)
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