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Medikamente richtig einnehmen

Verschiedene Medikamente mit Beipackzettel

Nicht immer einfach: den Beipackzettel richtig verstehen

Keine Frage, natürlich sollten Medikamente korrekt eingenommen werden. Gemeint sind entweder die Vorgaben des behandelnden Arztes oder die Anweisung im Beipackzettel. Denn ein Wirkstoff kann nur bei sachgerechter Verwendung optimal wirken. Doch manchmal rätselt man beim Lesen des Beipackzettels, was uns die nicht immer leicht verständlich formulierte Anweisung eigentlich genau sagen will.

Und auch die gleichzeitige Einnahme mehrerer Arzneimittel kann Gefahren bergen. Die Medikamenten-Wirkstoffe können abgeschwächt oder verstärkt werden. Es kann zu gefährlichen Nebenwirkungen wie allergischem Schock, Kammerflimmern oder Atemstillstand kommen. Wir klären in unserem Artikel daher die wichtigsten Fragen zu Zeitpunkt, Dosierung sowie die richtige Einnahme von Pillen, Kapseln & Co.

Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend

Frau vor verschiedenen Tabletten und Wecker auf einem Tisch

Wer ein Medikament nüchern einnehmen soll, sollte danach mit dem Frühstück eine Stunde warten. Der Grund: Arznei wirkt auf leeren Magen schneller und der Überzug von manchen Pillen bleibt nur im leeren Magen stabil.

Sollen Präparate vor dem Essen eingenommen werden, sollten sie – je nach Vorschrift – mindestens eine halbe bis ganze Stunde vor einer Mahlzeit eingenommen werden. Denn ein voller Magen verzögert oder behindert die Wirkstoffaufnahme und den Wirkstoff-Weitertransport in den Darmtrakt.

Wenn Tabletten zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden sollen, soll die empfindliche Magenschleimhaut weniger stark gereizt werden. Dabei ist es egal, ob man die Tablette zwischen zwei Löffeln Suppe oder unmittelbar nach dem Essen einnimmt. Der Grund: Tabletten-Einnahmen auf nüchternen Magen können Magenprobleme verursachen.

Ist die Medikamenten-Einnahme ausdrücklich nach dem Essen zu tätigen, sollte der Abstand zu einer Mahlzeit circa zwei Stunden betragen. So können Lebensmittel die Wirkstoffaufnahme nicht behindern.

Wird vorgegeben, dass Medikamente nur einmal täglich verabreicht werden, sollten sie immer zur selben Tageszeit und möglichst um dieselbe Uhrzeit eingenommen werden. Einnahme-Verzögerung von maximal zwei Stunden ist hinnehmbar.

Die Anweisung "zweimal täglich" bedeutet im Klartext, dass zwischen den Medikamenten-Einnahmen ungefähr zwölf Stunden liegen sollten. Soll ein Wirkstoff "dreimal täglich" verabreicht werden, ist damit morgens, mittags und abends gemeint. Die Abstände sollten in etwa gleich lang gehalten werden.

Und wenn man einmal vergisst, das Medikament einzunehmen? Dann keinesfalls einfach die doppelte Dosis schlucken, sondern die Medikamenteneinnahme einfach zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt nach Vorschrift fortsetzen.

Älterer Mann nimmt Medikament mit einem Glas Wasser ein

Einfach mit Leitungswasser oder gehen auch Mineralwasser und Milch? Womit dürfen Medikamente eingenommen werden?

Ideal ist ein halbes bis ganzes Glas Leistungswasser. Kohlensäurefreies Wasser lässt Tabletten gut herunterrutschen und löst den Wirkstoff optimal auf. Mineralwässer enthalten zu viele Mineralsalze und/oder Kohlensäure. Diese können Wirkstoffbestandteile binden. Das verhindert deren Aufnahme in den Blutkreislauf.

Folgende Getränke sind für die Medikamenten-Einnahme nicht geeignet:

  • Milch und Milchprodukte durch den hohen Kalziumanteil
  • Alkohol beeinträchtigt den Abbau von Medikamenten, deren Wirkdauer so verlangsamt wird
  • Grapefruit-Saft kann ebenso zu unkalkulierbaren Wirkstoffverstärkungen führen

Was sollte man hinsichtlich der Einnahmezeiten beachten?

Viele Menschen wissen, was eine Organ-Uhr ist. Organtätigkeiten unterliegen tageszeitlichen Schwankungen. Folglich wirken Medikamente nicht zu jeder Tageszeit gleichermaßen gut.

Folgende Einnahmezeiten erweisen sich als sinnvoll:
  • Kortison-Präparate - morgens

  • Asthmamedikamente - abends

  • Rheumamedikamente - abends

  • und Säureblocker - mittags oder abends

Sollte der behandelnde Arzt andere Einnahmeregel erstellt haben, gelten selbstverständlich diese.

Älterer Mann sitzt ratlos vor verschiedenen Medikamenten

Welche Wechselwirkungen können mit Lebensmitteln entstehen?

Milchprodukte und Milch können einige Medikamentenwirkstoffe behindern oder blockieren. Relevant wird das vor allem bei der Einnahme von Antibiotika, beispielsweise Doxycyclin oder Ciprofloxacin. Auch bei Einnahme des Schilddrüsenhormons L-Thyroxin sollte aufgrund dieser Wechselwirkung mindestens zwei Stunden Abstand liegen, bevor man beispielsweise einen Milchkaffee trinkt. Auch fluoridhaltige Arzneistoffe und gleichzeitiger Milchprodukte-Konsum vertragen sich nicht. Käse oder Joghurt interagieren mit Bisphosphonaten in Osteoporose-Medikamenten.

So wichtig Ballaststoffe in der Nahrung auch sind: sie be- oder verhindern die Wirkstoffentfaltung. Ballaststoffhaltige Mahlzeiten sollten deutlich getrennt von der Medikamenteneinnahme erfolgen.

Lakritz-Fans, die Entwässerungsmedikamente einnehmen müssen, sollten auf den Lakritz-Genuss verzichten. Lakritzen vertragen sich nicht mit Diuretika. Der damit einhergehende Kaliumverlust begünstigt hohen Blutdruck, Muskelschwäche und Müdigkeit.

Vitamin K aus grünen Gemüsesorten oder Salaten verbessert die Blutgerinnung. Bei Thrombosegefahr werden oft Blutgerinnungs-Hemmer verordnet. Vitamin K mindert oft deren Wirkung. Das sollte beim Zusammenstellen einer Mahlzeit beachtet werden.

Mehrere Medikamente einnehmen - was man dabei beachten sollte

Wer im fortgeschrittenen Alter mehrere Medikamente einnimmt, sollte deren Wechselwirkungen beachten und am besten auch den Hausarzt oder die Hausärztin darüber informieren. Einige Medikamententypen vertragen sich nicht. Andere schwächen zeitgleich eingenommene Wirkstoffe ab oder verstärken sie. Wenn beispielsweise Blutgerinnungs-Hemmer wie Phenprocoumon und Acetylsalicylsäure zusammen eingenommen werden, besteht eine erhöhte Gefahr innerer Blutungen. Auch Johanniskrautpräparate kann die Wirkung vieler Arnzeneimittel beeinflussen.

Wie bewahrt man Medikamente richtig auf?

Ein abschließbarer Medikamentenschrank oder Schublade und eine kindersicher verwahrte Tablettenbox für die Tagesdosis Medikamente gewähren ausreichend Sicherheit. Generell ist ein kühler, trockener und dunkler Ort optimal. Damit man bei mehreren einzunehmenden Medikamenten den täglichen Überblick behält, bietet es sich an, sie für die komplette Woche vorzusortieren.

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