Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

Bequem mit Facebook einloggen:

facebook login

Für Gestaltung und Inhalt dieser Regionalseiten sind ausschließlich die jeweiligen Regionalbotschafter verantwortlich. Die von den Regionalbotschaftern eingegebenen und heraufgeladenen Inhalte unterliegen grundsätzlich weder einer Kontrolle durch Feierabend, noch nimmt Feierabend hierauf Einfluss. Hiervon ausgenommen sind werbliche Einblendungen und Beiträge die von Feierabend direkt eingestellt wurden und als solche gekennzeichnet sind.

Käthe Kollwitz-Ausstellung in Ingelheim

Vom 22. Mai bis 25. Juli 2021 fand im Alten Rathaus in Ingelheim die Käthe Kollwitz-Ausstellung im Rahmen der Internationalen Tage statt.

Das Alte Rathaus am François-Lachenal-Platz in Nieder-Ingelheim wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. erbaut (1861) und war bis zum Neubau des Rathauses am Neuen Markt Sitz der Ingelheimer Stadtverwaltung. Seit 1984 dient es als Kunstforum und Ausstellungsgebäude. Vor einigen Jahren wurde es in 3jähriger Bauzeit saniert und erweitert, ist klimatisiert und barrierefrei.

Der Einladung zum Besuch der Ausstellung am 23. Juli, in der ca. 90 Werke der Künstlerin gezeigt werden, waren fünf Teilnehmer gefolgt.

Neben dem denkmalgeschützten Hauptgebäude wurden die 1904 erbaute Kleinkinderschule und das Wohnhaus Mett umfangreich saniert. Zwischen den drei Gebäuden wurde ein Neubau errichtet, der nun ein großzügiges Foyer und ein kleines Café enthält.

Käthe Kollwitz (1867 - 1945) war Grafikerin, Malerin und Bildhauerin und zählt zu den bedeutendsten und bekanntesten Künsterinnen der ersten Hälfte des 20. Jhs.

In Wikipedia ist zu lesen: "Mit ihren oft ernsten, teilweise erschreckend realistischen Lithografien, Radierungen, Kupferstichen, Holzschnitten und Plastiken, die auf persönlichen Lebensumständen und Erfahrungen basieren, entwickelte sie einen eigenständigen, Einflüsse von Expressionismus und Realismus integrierenden Kunststil."
(Der Link zu Wikipedia funktioniert leider nicht wegen des "ä" in Käthe!)

Die Ausstellung der Internationalen Tage - veranstaltet durch die Fa. Boehringer Ingelheim - beinhaltet mit dem Untertitel "Realität" und "Emotion" fünf thematische und motivische Themen, die in den fünf Räumen des Kunstforums zu sehen sind.

Im 1. Raum "Literatur und Wirklichkeit" ist das Frühwerk von Käthe Kollwitz zu sehen.
Angeregt durch den zeitgenössischen Roman von Emile Zola Germinal sehen wir eine Radierung, sowie den Zyklus Ein Weberaufstand, inspiriert von Gerhart Hauptmanns Drama Die Weber. Mit dem Zyklus nimmt sie an der Großen Berliner Kunstausstellung 1898 teil, die ihren künstlerischen Durchbruch bedeutet.
Der zweite Zyklus Bauernkrieg zeigt die Entrechtung und Erniedrigung der Bauern gegen ihre Herren.


In den weiteren Räumen stehen die Emotionen im Blickpunkt, die Körperlichkeit mit Aktdarstellungen, Motive mit Müttern und Kindern und Selbstdarstellungen.

Hier sind eine Reihe von Selbstbildnissen zu sehen, wie das rechts gezeigte. Uns fällt auf, daß Käthe Kollwitz meist ernst schaut, nur auf einem Bild lächelt sie. Das Bild heißt Die lachende Käthe und ist im Käthe Kollwitz Haus in Moritzburg zu finden.

Berührend das Werk Liebespaar, sich aneinander schmiegend sowie die Bronzeplastik Liebesgruppe.

Während ihrer Studienzeit und in Paris beschäftigt sie sich mit dem Körper, meist dem weiblichen Körper und es entstehen zahlreiche Aktzeichnungen, von denen einige aus dem Museum in Köln hier zu sehen sind

Im Deutschlandfunk gab es 2017 eine lange Nacht mit vielen interessanten Details über Käthe Kollwitz. Klicke hier

Die Bilder und Plastiken "Mutter und Kind" verarbeiten die Ängste und Sorge um die Kinder und den Verlust.

Die Bronzeplastik Sitzende Frau mit Kind im Schoß zeigt die Verbundenheit zwischen Mutter und Kind.


Mit der Pietà Mutter mit totem Sohn verarbeitet sie den Tod ihres im Ersten Weltkrieg gefallenen Sohnes Peter.

Die Bronzeplastik Turm der Mütter zeigt auf berührende Weise die Angst vor dem Krieg, in den die Mütter ihre Kinder ziehen lassen müssen.


Käthe Kollwitz starb am 22. April 1945, wenige Tage vor dem Ende des Krieges in Moritzburg, wo sie nach der Flucht aus Berlin 1943 auf Einladung von Ernst Heinrich von Sachsen eine Zuflucht im Rüdenhof gefunden hatte. Sie ist auf dem Berliner Zentralfriedhof Friedrichsfelde bestattet.

Zum 150. Geburtstag erschien ein interessanter Artikel über die Künstlerin im Tagesspiegel, den Du hier lesen kannst


Nach dem Besuch der eindrucksvollen Ausstellung setzten wir uns noch eine Weile in den Sommergarten an der Mole in Frei-Weinheim.

Am Wasser ließen sich die sommerlichen Temperaturen wunderbar aushalten; das Bier schmeckte und die Bratwurst ebenfalls.


(eingestellt am 24.7.21)

Autor: Feierabend-Mitglied

Artikel Teilen


Artikel bewerten
5 Sterne (2 Bewertungen)

Nutze die Sterne, um eine Bewertung abzugeben:


2 2 Artikel kommentieren

Regional > Mainz > Kunst & Kultur > 7_2021 Kunst und Kultur > 1_Käthe Kollwitz-Ausstellung