Überzeugend, aber oft falsch: Künstliche Intelligenz oder warum man ihr nicht trauen kann
Künstliche Intelligenz ist heute kein Zukunftsversprechen mehr. Sie ist Realität in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Viele Menschen nutzen KI Systeme regelmäßig, manchmal bewusst, oft unbewusst. KI beeinflusst, wie gearbeitet, gelernt, kommuniziert und wie Informationen gefunden und bewertet werden. Gerade weil sie immer präsenter wird, ist es wichtig zu verstehen, was sie tatsächlich leistet und wo ihre Grenzen liegen.
Wie funktioniert KI?
Der Begriff Künstliche Intelligenz bezeichnet Computerprogramme und technische Systeme, die Aufgaben übernehmen, für die normalerweise menschliche Intelligenz erforderlich ist. Dazu zählen unter anderem das Erkennen von Sprache, das Verstehen und Erzeugen von Texten, das Analysieren von Bildern sowie die Verarbeitung großer Datenmengen.
Die meisten heutigen KI Systeme basieren auf maschinellem Lernen. Dabei werden sehr große Datenmengen genutzt, um ein Programm zu trainieren. Anhand dieser Beispiele lernt das System, Muster zu erkennen und ähnliche Aufgaben zu bearbeiten. Anders als ein Mensch versteht KI dabei jedoch nicht den Inhalt oder den Sinn ihrer Ergebnisse. Sie berechnet statistisch wahrscheinliche Ausgaben auf Grundlage der gelernten Daten.
Darin unterscheidet sich heutige KI deutlich von dem, was häufig mit Intelligenz verbunden wird. Sie besitzt kein Bewusstsein und kein eigenes Denken. Ihre Funktionsweise beruht ausschließlich auf Wahrscheinlichkeiten.
Einsatzfelder Künstlicher Intelligenz
Künstliche Intelligenz begegnet uns heute an vielen Stellen, oft ohne dass dies ausdrücklich wahrgenommen wird.
• Auf dem Smartphone, etwa in Sprachassistenten oder bei der automatischen Textergänzung
• In Suchmaschinen und Empfehlungsdiensten im Internet
• Bei Navigation und Verkehrsplanung
• In medizinischen Assistenzsystemen, zum Beispiel bei der Voranalyse von Röntgenbildern
• In Übersetzungsprogrammen und bei der Schreibunterstützung
• In sozialen Medien, wo Inhalte gefiltert, sortiert oder vorgeschlagen werden
In all diesen Bereichen fungiert KI als Werkzeug, das bestimmte Aufgaben erleichtert oder beschleunigt. Sie kann große Datenmengen schnell verarbeiten, Zusammenhänge erkennen und wiederkehrende Tätigkeiten automatisieren. Dadurch verändert sich die Art, wie gearbeitet und kommuniziert wird.
Fehlerquellen und Grenzen von KI
Ein zentraler Punkt, der in vielen Diskussionen zu kurz kommt, ist die hohe Fehleranfälligkeit von KI Systemen. KI arbeitet nicht mit überprüfbarer Wahrheit, sondern mit statistischen Wahrscheinlichkeiten. Genau darin liegt eine der größten Schwächen.
Untersuchungen zeigen, dass die Ergebnisse vieler KI Systeme häufig fehlerhaft sind. In internationalen Studien enthielten rund 45 Prozent der Antworten von KI Assistenten erhebliche sachliche Fehler. In erweiterten Auswertungen lagen die Fehler oder Mängel sogar bei bis zu 81 Prozent, wenn auch Ungenauigkeiten und fehlender Kontext berücksichtigt wurden.
Diese Fehler entstehen, weil KI nicht weiß, was richtig oder falsch ist. Sie erzeugt die wahrscheinlichste Fortsetzung eines Textes oder einer Anfrage, auch dann, wenn diese inhaltlich nicht korrekt ist. So können Namen, Daten oder Zusammenhänge falsch dargestellt werden, obwohl sie überzeugend formuliert sind. Dieses Phänomen wird als Halluzination bezeichnet. Hinzu kommt, dass auch Programme zur Erkennung von KI Texten selbst oft unzuverlässig sind und hohe Fehlerraten aufweisen.
Die Häufigkeit solcher Fehler macht deutlich, dass ein unkritisches Verlassen auf KI Ergebnisse problematisch sein kann. Ohne menschliche Überprüfung können falsche oder irreführende Informationen entstehen.
Risiken im Umgang mit KI
Neben inhaltlichen Fehlern gibt es weitere Risiken. KI Systeme übernehmen häufig Vorurteile aus den Daten, mit denen sie trainiert wurden, und können dadurch verzerrte oder diskriminierende Ergebnisse liefern. Zudem besteht die Gefahr, dass automatisch erzeugte Texte und Inhalte Falschinformationen verbreiten, wenn sie nicht sorgfältig geprüft werden.
Ein weiteres Risiko liegt in der Abhängigkeit. Wer sich zu stark auf KI verlässt, kann die eigene Fähigkeit zur Recherche und zur kritischen Einordnung von Informationen verlieren. Besonders bei medizinischen, rechtlichen oder gesellschaftlich relevanten Entscheidungen bleibt der Mensch als verantwortliche Instanz unverzichtbar. KI kann unterstützen, aber nicht ersetzen.
Die Zukunft mit KI
Trotz ihrer Fehler und Grenzen wird Künstliche Intelligenz weiter an Bedeutung gewinnen. Sie kann Texte zusammenfassen, Prozesse beschleunigen, Daten analysieren und Routineaufgaben übernehmen. In vielen Bereichen kann sie Zeit sparen und neue Möglichkeiten eröffnen.
Entscheidend ist ein bewusster und reflektierter Umgang. KI sollte kritisch genutzt werden und nicht als unfehlbare Autorität gelten. Die Verantwortung für Entscheidungen liegt weiterhin beim Menschen. Künstliche Intelligenz wird unser Leben verändern, nicht weil sie perfekt ist, sondern weil sie häufig eingesetzt wird und bestimmte Aufgaben effizienter erledigen kann.
Hattest Du schon einmal Probleme mit KI? Und konntest Du sie lösen?
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