Von Teutoburger Wald bis Peenetal: Deutschland neu entdecken
Warum immer in die Ferne schweifen, wenn es direkt vor der Haustür noch Orte gibt, die selbst viele Einheimische nie besucht haben? Nach unserem ersten Streifzug durch Deutschland haben uns zahlreiche Empfehlungen aus der Community erreicht. Wir haben euch gehört und stellen eine weitere Auswahl davon vor. Deshalb geht die Reise dieses Mal nicht zu den absoluten Klassikern, sondern eher zu Orten, die viele Deutschlandurlauber eher seltener auf dem Schirm haben.
Felsen, Schluchten und vergessene Wege im Teutoburger Wald
Die Externsteine kennt fast jeder. Doch der Teutoburger Wald hat deutlich mehr zu bieten als sein bekanntestes Fotomotiv. Wer gerne zu Fuß unterwegs ist, sollte einen Abstecher zum Velmerstot unternehmen, dem höchsten Punkt des Eggegebirges. Von oben reicht der Blick weit über die bewaldeten Höhenzüge Ostwestfalens. Ganz anders präsentiert sich das Silberbachtal bei Horn-Bad Meinberg. Zwischen moosbewachsenen Felsen und kleinen Wasserläufen fühlt man sich stellenweise eher wie in einem Mittelgebirge in Süddeutschland.
Auch die zahlreichen Abschnitte des Hermannswegs lohnen sich gerade dort, wo weniger Menschen unterwegs sind. Viele Besucher konzentrieren sich auf Hermannsdenkmal und Externsteine, während wenige Kilometer weiter oft erstaunliche Ruhe herrscht.
Mittelrhein
Rund um Bacharach führen schmale Wege durch alte Weinberge zu Burgruinen, die deutlich weniger besucht werden als die bekannten Anlagen am Fluss. Besonders die Ruine Stahlberg vermittelt noch heute das Gefühl einer mittelalterlichen Höhenburg mitten im Nirgendwo.
Ein weiterer Geheimtipp ist das Morgenbachtal bei Trechtingshausen. Wasserfälle, schmale Waldpfade liegen hier überraschend nah beieinander und der Weg zu den Ruinen mehrerer Burgen ist von dort aus nicht mehr weit. Wer den Rhein einmal anders erleben möchte, sollte statt einer Schifffahrt den Rheinburgenweg ausprobieren. Viele der schönsten Ausblicke eröffnet die Region nämlich von oben und nicht vom Wasser aus.
Bodensee: Mehr als Mainau und Uferpromenade
Der Bodensee wird oft auf Lindau, Konstanz und die Blumeninsel Mainau reduziert. Dabei liegen einige der spannendsten Ziele ein Stück vom Ufer entfernt. Besonders markant sind die Hegau-Vulkane westlich des Sees. Berge wie der Hohentwiel oder der Hohenkrähen ragen einzeln aus der Landschaft heraus und bieten Ausblicke, die man in dieser Form am Bodensee kaum erwartet. Die Festungsruine Hohentwiel gehört dabei zu den eindrucksvollsten historischen Anlagen Süddeutschlands.
Naturfreunde finden auf der Halbinsel Höri oder im Wollmatinger Ried eine ganz andere Seite des Bodensees. Hier dominieren Schilflandschaften, Vogelbeobachtungsplätze und ruhige Wege statt Souvenirläden und Seepromenaden.
Allgäu abseits der Postkartenmotive
Wer das Allgäu wirklich kennenlernen möchte, sollte den Blick auf die folgenden Landschaften richten. Eine der eindrucksvollsten Naturattraktionen ist der Eistobel bei Grünenbach. Über Holzstege und schmale Pfade führt der Weg durch eine tiefe Schlucht mit Wasserfällen, Felsformationen und engen Durchgängen.
Wer es ruhiger mag, findet in der Adelegg eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Süddeutschlands. Hier begegnet man gefühlt oft mehr Rehen als Menschen. Ebenfalls lohnend sind die Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg, die hoch über dem Voralpenland liegen und deutlich weniger besucht werden als die Königsschlösser bei Füssen.
Das Bundesland der versteckten Naturwunder
Neben der Wartburg, Erfurt und Weimar offeriert Thüringen einige Naturziele, die außerhalb des Bundeslandes weniger bekannt sind. Die Drachenschlucht bei Eisenach führt durch enge Felsspalten und über kleine Stege. An manchen Stellen rücken die Felswände so nah zusammen, dass kaum zwei Menschen nebeneinander gehen können.
Noch überraschender wirkt das sogenannte Thüringer Meer. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine weitläufige Stauseelandschaft im Osten des Landes. Zwischen bewaldeten Hängen schlängeln sich kilometerlange Wasserflächen durch die Täler.
Weserbergland
Hameln kennt man wegen des Rattenfängers. Die eigentlichen landschaftlichen Höhepunkte liegen allerdings oft außerhalb der Städte. Zu den schönsten Aussichtspunkten zählt der Hohenstein bei Hessisch Oldendorf. Die markanten Felsen bieten einen weiten Blick über das Weserbergland und erinnern eher an die Sächsische Schweiz als an Norddeutschland.
In der Rühler Schweiz wechseln bewaldete Höhen mit Streuobstwiesen und kleinen Ortschaften. Besonders im Frühjahr prägen die zahlreichen blühenden Kirschbäume die Landschaft. Rund um den Köterberg erschließen Wanderwege zudem weite Teile des Mittelgebirges, ohne dass man auf größere Besuchergruppen trifft.
Das erste Nationale Naturmonument Deutschlands
Eine der eindrucksvollsten Landschaften Mecklenburg-Vorpommerns liegt weit im Landesinneren dieses Bundeslands. Im Peenetal fließt mit der Peene einer der letzten unverbauten Flüsse Deutschlands durch ausgedehnte Moor- und Wiesenlandschaften. Nicht ohne Grund wird die Region gelegentlich als „Amazonas des Nordens“ bezeichnet.
Fast noch unbekannter ist die Feldberger Seenlandschaft im Südosten des Bundeslandes. Glasklare Seen, alte Buchenwälder und zahlreiche kleine Wanderwege machen die Region zu einem Ziel für alle, die Natur ohne große Besucherströme erleben möchten.
Auch die uralten Ivenacker Eichen gehören zu den Orten, die selbst viele Norddeutsche noch nie besucht haben. Einige der mächtigen Bäume sind mehrere Jahrhunderte alt. Fünf von ihnen wurden sogar auf bis zu 1000 Jahre alt geschätzt. Kein Wunder, dass dieses Gebiet 2016 als erstes Nationales Naturmonument Deutschlands ausgewiesen wurde!
Welchen Ort in eurer Region würdet ihr Besuchern zeigen? Verratet uns eure Tipps in den Kommentaren.
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